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Aktuelle Entscheidungen

Alle aktuellen Entscheidungen über Beschwerden auf einen Blick

Beschwerde Nummer 678 vom 9. September 2015

Bilder

Was wurde beworben?

Wahlplakat der Grünen Wien (Julian Schmid)

Name der Ware oder Dienstleistung:

Julian Schmid / Öffentlicher Verkehr in Wien

Welche(r) Werbeträger(in)?

Plakat

Online

LINK:

http://

Name des Werbeträgers / der Werbeträgerin:

Die Grünen Wien

Wo wurde beworben? Ort, Adresse

Wann gesehen/gelesen/gehört? Datum, Uhrzeit

8. September 2015

Wer hat beworben? Name des werbendenden Unternehmens

Die Grünen Wien

Beschreibung

Julian Schmid wird auf für Männer objektivierende und erniedrigende Weise mit Küssen überzogen auf einem Plakat dargestellt, um den öffentlichen Verkehr zu bewerben. Dazu die Worte \"Ich bin Öffi für alles\", als könnte man Herrn Schmid erwerben. Man stelle sich vor eine Frau würde so dargestellt werden - Sexismus in Reinform.

Videos

Entscheidung der Watchgroup

Das Werbesujet wurde von der Werbewatchgroup Graz als sexistisch eingestuft. Hier die Begründung der Werbewatchgroup Graz:

Ein Sujet der aktuellen Werbekampagne der Wiener Grünen zeigt das Gesicht eines lächelnden Mannes, bedeckt mit „Kussmündern“, die – so wird vermittelt – von verschiedenen Frauen stammen. Auf dieses Sujet treffen Kategorien sexistischer Werbung zu, die sich auf den ersten Blick widersprechen, bei näherer Betrachtung allerdings doch stimmig sind:
Die Inszenierung des lächelnden Mannes mit dem Slogan „Ich bin Öffi für alles“, suggeriert, dass er für sexuelle Abenteuer offen ist, dadurch findet eine Sexualisierung des Mannes statt. Diese Sexualisierung wird durch die verschiedenen Lippenstiftabdrücke noch verstärkt.
Die sexualisierte Darstellung von Menschen (meist Frauen, aber immer öfter auch Männer) ist die häufigste und sichtbarste Form sexistischer Werbung. Männer und Frauen werden auf ihre Sexualität und dadurch auf einen Objektstatus reduziert. Das geht ebenso häufig einher mit der Darstellung von Menschen als universell einsetzbares Werbeinstrument.
Parallel zur Abwertung und der damit verbundenen Objektisierung wird augenzwinkernd versucht, den Mann nach geschlechtsstereotypen Mustern aufzuwerten – der Mann wird als potent und polyamourös inszeniert, die Werbung spielt dabei mit heteronormativen Klischees, lässt aber das „offen (Öffi) für alles“ nur in eine Richtung zu:
Die Verwendung von weiblich besetzten Attributen wie Kussmündern wecken Assoziationen von weiblichen Lippenstiftabdrücken. Somit erfolgt ein Ausschluss von nicht-heterosexuellen Beziehungen bzw. eine in der Werbung ständig präsente Konstruktion von Heterosexualität als gesellschaftlicher Norm.
Gemäß den Kriterien der Watchgroup gegen sexistische Werbung ist dieses Sujet somit als sexistisch einzustufen.

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