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FemCities Konferenz 28.11.2012

7. Dezember 2012

Wien-Haus/Brüssel:
FemCities beleuchtet Umgang mit sexistischer Werbung in Europa.

Best Practice Beispiele aus zahlreichen europäischen Städten:
Am 28.11.2012 traf das von der Frauenabteilung der Stadt Wien, MA 57, getragene europäische Netzwerk FemCities (ein Zusammenschluss von Frauenabteilungen, beziehungsweise Frauenbüros in europäischen Stadtverwaltungen und assoziierten PartnerInnen) in Brüssel zusammen.

Bei dieser Konferenz stand das Thema "Überwindung von Rollenstereotypen und sexistischen Darstellungen in der Werbung" im Wien-Haus im Mittelpunkt. Neben internationalen Expertinnen nahm auch die Abgeordnete zum Europäischen Parlament Ulrike Lunacek an der Konferenz teil.
Die Leiterin der MA 57, Marion Gebhart: "Es wird oft unterschätzt, welche negativen Folgen sexistische Werbung hat. Bewiesen ist inzwischen, dass das in den Medien dargestellte Körperbild der Frauen zu Essstörungen und damit verbunden anderen gesundheitlichen Schäden führt – darauf wollen wir aufmerksam machen." In Wien bewertet die Werbewatchgroup Wien Bilder, Links und Videos hinsichtlich der vermittelten Botschaften und Werte.

Intensiver Austausch zu Sexismus in der Werbung

Im Zuge der Konferenz präsentierten Expertinnen aus Österreich, Kroatien, Luxemburg und Großbritannien Best Practice Beispiele:
Isabella Meier vom Europäischen Trainings- und Forschungszentrum für Menschenrechte und Demokratie Graz (ETC) stellte fest, dass sexistische Werbung wesentlich zum Erhalt von tradierten Geschlechterrollen beiträgt. Junge Frauen können durch das präsentierte Körperideal negativ beeinflusst werden.
Leanda E. Barrington-Leach von der Europäischen Frauen Lobby informierte über die Rechtslage in verschiedenen europäischen Ländern und stellte internationale Vorgaben (CEDAW, EU-Richtlinien, etc.) dar, die von den Mitgliedsstaaten noch umzusetzen sind, unter anderem von Österreich.
Visnja Ljubicic, Ombudsfrau für Geschlechtergerechtigkeit der Republik Kroatien präsentierte schockierende sexistische und teilweise gewaltverherrlichende Inserate, deren Entfernung sie aufgrund von Protesten aus der Bevölkerung initiierte. In ihrem Abschlussstatement stellte sie fest: "Wenn die Produkte gut wären, könnten Sie auch ohne sexistische Werbung verkauft werden."
Isabelle Wickler vom Ministerium für Chancengleichheit in Luxemburg berichtete von verschiedenen Maßnahmen, um das Bewusstsein für die Darstellung von männlichen und weiblichen Körperbildern zu schärfen. Mit einer öffentlichen Konferenz wurde das transportierte Frauen- und Männerbild in Medien analysiert. Expertinnen und ExpertInnen beleuchteten sowohl klassische Medien, als auch die Darstellung männlicher und weiblicher HeldInnen in Spielen aus rechtlicher, wissenschaftlicher und kommunikativer Perspektive.
Die Expertinnen gaben auch Empfehlungen für gemeinsame Aktionen ab, wie länderübergreifende Protestbriefe an multinationale Konzerne, die sexistische Werbung anwenden sowie die Erfordernis einer EU-weiten Regelung.

Weitere Informationen zu FemCities Konferenz 2012: www.femcities.at

 

Foto: Michaela Kauer (Wien-Haus, Brüssel), Marion Gebhart (MA 57), Leanda E. Barrington-Leach (Europäische Frauenlobby), Isabella Meier (Uni Graz), MEP Ulrike Lunacek