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Über uns

 

Die Werbewatchgroup Wien gegen sexistische Werbung hat ihre Arbeit aufgenommen. Sie besteht aus ausgewiesenen ExpertInnen im Bereich Gender/Sexismus innerhalb der Stadtverwaltung sowie unabhängigen, externen ExpertInnen. Die Umsetzung der Werbewatchgroup Wien ist im Wiener rot-grünen Regierungsprogramm festgelegt. In ihrer Arbeitsweise ist die Werbewatchgroup Wien angelehnt an die bewährte Grazer Vorreiterin „Watchgroup gegen sexistische Werbung“. Der Grazer Kriterienkatalog zu sexistischer Werbung bildete die Ausgangsbasis für die Entwicklung gemeinsamer Kriterien, in die aktuelle Entwicklungen und Tendenzen integriert wurden.

Ausgangslage in Wien

Sexistische Werbung ist derzeit in Österreich bis auf wenige Ausnahmen nicht gesetzlich geregelt. Ausnahmen sind z.B. das Pornographiegesetz, das Verbot geschlechterdiskriminierender „audiovisueller Kommunikation“ im Bundesgesetz über audiovisuelle Mediendienste (AMD-G) und das Verbot geschlechterdiskriminierender „kommerzieller Kommunikation“ im Bundesgesetz über den Österreichischen Rundfunk (ORF-G). Abgesehen von diesen Ausnahmen gilt in Österreich das derzeitige System der freiwilligen Selbstregulation durch den Österreichischen Werberat, wobei aber beispielsweise die Bereiche Kunst und Kultur, Politik und Non-Profit-Organisationen ausgenommen sind. Initiativen auf Gemeindeebene sind nur sehr eingeschränkt wirksam, da auf kommunaler Ebene lediglich Plakate im öffentlichen Raum geregelt werden können.

 

Andererseits bekennt sich Österreich in Artikel 7 Abs 2 B-VG zur tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern und ist unter der UN-Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (BGBl I Nr. 443/1982) völkerrechtlich dazu verpflichtet, jegliche rechtliche und tatsächliche Diskriminierung von Frauen zu beseitigen. Insbesondere abwertende und stereotypisierende Darstellungen in Medien und Werbung sind von dieser Verpflichtung umfasst. Auch auf EU-Ebene wurden die Mitgliedsstaaten bereits 2008 in einer Entschließung des Europäischen Parlaments zu den Auswirkungen von Marketing und Werbung aufgerufen, durch geeignete Maßnahmen zu gewährleisten, dass diese die Achtung der menschlichen Würde und der Unversehrtheit der Person garantieren, weder unmittelbar noch mittelbar diskriminierend sind, noch irgendeine Aufstachelung zum Hass oder Material enthalten, das, wenn es im jeweiligen Zusammenhang beurteilt wird, Gewalt gegen Frauen billigt, fördert oder verherrlicht.

 

Daher hat Frauenstadträtin Sandra Frauenberger klare Position gegen sexistische Werbung bezogen und Wienerinnen und Wienern als ersten Schritt zwei Musterbriefe angeboten, mit denen jede Frau und jeder Mann sich über eine sexistische Werbung beschweren kann: einerseits beim betroffenen Unternehmen selbst, und andererseits beim Österreichischen Werberat.

 

Als zweiten Schritt wurde im rot-grünen Regierungsprogramm 2010 festgelegt, im Rahmen der derzeitigen rechtlichen Möglichkeiten gegen sexistische Werbung in Wien aktiv zu werden, solange es keine bundesweite Lösung gibt. „Damit Frauen selbstbestimmt, sicher und gewaltfrei leben können, muss klar sein, dass Sexismus in der Werbung schädlich und nicht tolerierbar ist“, so Sandra Frauenberger. „Da die Selbstkontrolle der Werbewirtschaft zuwenig gegen sexistische Werbung tun kann, wird Wien hier eine weitere Vorreiterrolle einnehmen. Es ist für mich nicht hinnehmbar, wenn Frauen aus wirtschaftlichen Interessen permanent in ihrer Würde verletzt, abgewertet und sexualisiert werden. Sexistische Werbung hat in Wien keinen Platz!“

Angelehnt an die und im Austausch mit der Grazer Vorreiterin „Watchgroup gegen Sexismus“, hat die Werbewatchgroup Wien 2012 ihre Arbeit aufgenommen.


Tätigkeiten der Werbewatchgroup Wien:


Forderungen und Ziele

Bundesweites Verbot sexistischer Werbung als eine grundsatzpolitische Entscheidung, dass diskriminierende Werbung nicht akzeptiert oder toleriert wird

Selbstregulierung und Monitoring durch ExpertInnen mit Gender- und Antidiskriminierungskompetenz, sowie verpflichtende Überprüfung von Werbung hinsichtlich sexistischer/diskriminierender Inhalte vor Veröffentlichung sind weitere nötige Schritte in Richtung diskriminierungsfreie Werbung.

Kommunalpolitische Verantwortung: Schritte, die in der Einflusssphäre der Städte und Kommunen gesetzt werden können.

Zusammensetzung

Die Werbewatchgroup Wien besteht aus ausgewiesenen Expertinnen im Bereich Gender/Sexismus innerhalb der Stadtverwaltung sowie unabhängigen, externen Expertinnen und Experten. Koordiniert wird sie von der Frauenabteilung der Stadt Wien.
Die Umsetzung der Werbewatchgroup Wien ist im Wiener rot-grünen Regierungsübereinkommen 2010 festgelegt.

Kooperation

Die Werbewatchgroup Wien kooperiert mit der Grazer und Salzburger Watchgroup gegen sexisitische Werbung. Die Grazer Kriterien wurden zum Großteil übernommen, zum Teil gemeinsam adaptiert und weiterentwickelt.

Arbeitsweise

Die Werbewatchgroup Wien trifft sich regelmäßig, um Beschwerden und Entscheidungen zu besprechen sowie weitere Schritte betreffend Qualitätssicherung und Präventionsarbeit zu planen.

Einlangende Beschwerden werden von den Expertinnen und Experten der Werbewatchgroup Wien anhand des umfangreichen Kriterienkatalogs bewertet und nach einem qualitätsgesicherten Abstimmungsprozess wird die Entscheidung  - im Falle einer Beurteilung als sexistisch  - online gestellt. In Fällen einer möglichen Befangenheit wird eine Beschwerde zur Bewertung an die ExpertInnen der Grazer Watchgroup gegen sexistische Werbung oder der Salzburger Watchgroup gegen sexistische Werbung weitergeleitet, die nach denselben Kriterien beurteilen. Dadurch ist für jede einzelne Bewertung volle Objektivität gewährleistet. Bewertet werden können nur Werbungen, die im Raum Wien zugänglich sind und von denen Bilder, Videos oder Links zur Verfügung gestellt werden.

Um bewertbar zu sein, müssen Werbungen auch auf eine Zielgruppe in Österreich (mit-)abgestellt sein. Werbungen, die z.B. von einem Fernsehsender außerhalb Österreichs beworben werden, und die nicht einmal theoretisch auf eine Zielgruppe in Österreich abzielen (z.B. weil die werbende Firma gar nicht in Österreich tätig ist oder das beworbene Produkt oder die beworbene Dienstleistung von Personen in Österreich gar nicht gekauft oder konsumiert werden kann), können leider nicht bewertet werden.
 

 Kontakt: office@werbewatchgroup-wien.at